Vergleich zwischen der Streifenentnahme und FUE

Vergleich zwischen der Streifenentnahme und FUE

Vor einigen Jahren haben Fachleute begonnen, eine neue Form der Haartransplantation zu vertreten. Statt der herkömmlichen Streifenentnahme, bei der Ärzte einen behaarten Gewebestreifen im Kopfbereich entnehmen und an einer anderen Stelle einpflanzen, befürworteten Ärzte nun die FUE. FUE steht für „Follicular Unit Exctraction“ (Entnahme follikulärer Einheiten). Dabei werden statt ganzer Haarstreifen einzelne Follikeleinheiten, die aus einem bis vier Haaren bestehen, entnommen und an einer anderen Stelle am Kopf transplantiert. Diese neue Vorgehensweise hat sich jedoch nur allmählich durchgesetzt. Viele Ärzte haben die FUE-Methode mit wechselndem Erfolg angewendet.

Spenderbereich und Narbenbildung

Durch die Streifenentnahme entsteht eine lineare Narbe. Die Sichtbarkeit der Narbe kann bei Patienten, die ihr Haar sehr kurz tragen, mit großen Bedenken verbunden sein. Bei den meisten Patienten, die sich einer Streifenentnahme unterziehen, sind die Narben minimal und werden von dem Haar über der Narbe gut verdeckt. In vielen Fällen ist die Narbe nur bei genauester Betrachtung sichtbar. Bei einigen Patienten hat sich die Narbe jedoch geweitet und Patienten, die sich mehreren Verfahren unterzogen haben, haben mehrere Narben.

Durch die sorgfältige Planung des Chirurgen können Probleme linearer Narben vermindert werden. Die Narbe kann verringert werden, indem der Chirurg einen schmaleren Streifen entnimmt. Um nicht mehrere Narben zu hinterlassen, verwenden viele Ärzte bei der Streifenentnahme nur eine Technik, auch wenn mehrere Eingriffe durchgeführt werden. Durch die sorgfältige Dissektion entlang der Schnittlinie kann die Beschädigung der Haarfollikel gemindert werden. Den Schnitt unter minimaler oder keiner Spannung zu schließen, kann ebenfalls verhindern, dass sich die Narbe weitet. Dadurch kann das Haar die Narbe besser bedecken und das Haarwachstum im Bereich der Narbe kann Spannungen verringern. Die Beschädigung der Haarfollikel entlang der Schnittlinie zu vermeiden, ist entscheidend, damit die Narbe nicht sichtbar ist.

Der primäre Vorteil einer FUE besteht darin, dass sie keine lineare Narbe hinterlässt. Viele Befürworter der FUE betonen, sie erfordere keinen Schnitt, sei weniger invasiv und führe zu keinen Narben. Ach wenn keine lineare Narbe hinterbleibt, entstehen bei dieser Methode kreisförmige Narben. Die Schnittlänge ist bei der FUE länger als bei der Streifenentnahme.

Das Schneiden ist auch bei der FUE erforderlich und es entstehen Narben, die nach dem Verfahren in Form von farblosen Punkten erkennbar sind, wenn das Haar sehr kurz geschnitten wird. Diese Punkte können als Narbe oder, insbesondere bei Patienten mit einem dunkleren Hautton, in Form von postentzündlichen Pigmentveränderungen auftreten.

Da bei der FUE immer mehr Grafts entnommen werden, kann dieser Bereich wie mottenzerfressen aussehen. Wenn die Grafts zu eng beieinander entnommen werden, können die Schnittstellen wie eine Narbe erscheinen. Bei einigen Patienten, bei denen eine große Anzahl von Grafts geerntet wird, kann sich eine klare Linie zwischen den Bereichen der Entnahme abzeichnen. Dies ist bei der Streifentechnik anders, bei der Haare mit einer ähnlichen Dichte an der Naht wieder zusammengeführt werden.

Bei der Streifenentnahme entnimmt der Arzt behaarte Gewebestreifen der Kopfhaut und setzt sie an einer anderen Stelle ein, während bei der FUE (Follicular Unit Extraction) statt eines ganzen Streifens follikuläre Einheiten, die aus einem bis vier Haaren bestehen, entnommen werden und an einer anderen Stelle am Kopf transplantiert werden.

Überleben der Grafts

Die Überlebensrate der Grafts bei der FUE gegenüber der Streifenentnahme ist strittig. Manche behaupten, dass die Überlebensrate der Grafts bei der FUE geringer ist, da sie von wenig Gewebe umgeben sind. Diese Grafts sind für eine Austrocknung anfälliger, welche sich als häufige Ursache für ein verringertes Überleben der Grafts erwiesen hat. Der Haarfollikel ist häufig deshalb von zu wenig Gewebe umgeben, da bei der Entnahme am Graft „gezogen“ wird. Auch dass mit der Entnahme eine größere Manipulation verbunden ist, kann zu einem verminderten Überleben beitragen.

Bei der FUE ist die Wahrscheinlichkeit der Haarbeschädigung größer als bei der Streifenentnahme, was abhängig vom Grad der Beschädigung zu schwachem oder ausbleibendem Wachstum führen kann. Die Beschädigungsraten scheinen bei der FUE stark zu variieren. Auch bei der Streifenentnahme besteht die Gefahr, Grafts beim Einschnitt in die Haut und der darauffolgenden Dissektion des Gewebes zu beschädigen. Diese wird jedoch als gering betrachtet. Durch die Verwendung eines Mikroskops bei der Dissektion des Spenderstreifens liegt die Beschädigungsrate bei etwa 1–2 %. Mittels Streifenentnahme geerntete Grafts sind gewöhnlich von mehr Gewebe und Fett umgeben. Dies kann die Gefahr der Austrocknung verringern und bietet mehr Spielraum bei der Manipulation der Grafts während des Einsatzes und somit ein höheres Überleben.

Einsetzen der Grafts

Beim manuellen Einsatz der Grafts besteht kein Unterschied zwischen den beiden Techniken. Die Brüchigkeit der FUE-Grafts und die Tatsache, dass sie leichter austrocknen, können ein Problem darstellen.

Einwandfrei geerntete Grafts können während des Einsatzes beschädigt werden und daher nicht wachsen. Trauma und die Austrocknung der Grafts sind bekannte Faktoren, die in unerfahrenen Händen eintreten und das Überleben der Grafts beeinträchtigen können. Unabhängig davon, wie die Grafts geerntet werden, ist es mit viel künstlerischem Geschick und technischer Kenntnis verbunden, sie so einzusetzen, dass sie zu einem ausgezeichneten oder zumindest akzeptablen Ergebnis führen. Der Chirurg muss in der Lage sein, einen ästhetischen „Plan“ zum Einsatz der Grafts zu erstellen, nach dem er die Grafts aus einem, zwei oder drei Haaren verteilt. Die Gestaltung des Haaransatzes ist zweifellos von großer Bedeutung, ebenso wie der Graftplan der übrigen Kopfhaut.

Anzahl von Grafts pro Sitzung

Im Allgemeinen können die meisten Ärzte, die das FUE-Verfahren anwenden, in einer Sitzung nicht so viele Grafts entfernen wie bei der Streifenentnahme. Bei der Streifenentnahme werden in einer Sitzung häufig 2000–3000 Grafts geerntet und einige Ärzte erzielen in einer Sitzung sogar über 4000 Grafts. Es gibt jedoch auch Ausnahmen und einige Ärzte, die routinemäßig FUE durchführen, erreichen über 2000 Grafts.

Bei der Streifenentnahme entnimmt der Arzt behaarte Gewebestreifen der Kopfhaut und setzt sie an einer anderen Stelle ein, während bei der FUE (Follicular Unit Extraction) statt eines ganzen Streifens follikuläre Einheiten, die aus einem bis vier Haaren bestehen, entnommen werden und an einer anderen Stelle am Kopf transplantiert werden.

Technisches Fachwissen

Die bei der FUE-Methode erforderlichen Fertigkeiten unterscheiden sich etwas von denen der Streifenentnahme. Der Chirurg muss in der Lage sein, die kleine Stanze korrekt anzulegen, die richtige Tiefe zu bestimmen und die Stanze den Richtungsänderungen der Haare anzupassen. Das größte Problem bei der FUE stellt die Beschädigungsrate dar. Wenn die Haare einer Follikeleinheit beschädigt sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wachsen, geringer. Gemäß Berichten von Ärzten, die FUE durchführen, ist die Beschädigungsrate höher als bei der Streifenentnahme.

Das FUE-Verfahren kann sowohl für den Patienten als auch für den Arzt ermüdend sein. Dies kann sich nachteilig auf die Anzahl von Grafts auswirken, die in einer Sitzung geerntet werden können.

Die FUE-Lernkurve kann bei Ärzten, die an Einschnitte mit Skalpellen gewöhnt sind und nicht an die Verwendung von Stanzen, langsam sein. Die Arbeit mit einem kurzen Fokusabstand kann ermüdend sein und zu Nackenproblemen führen.

Kosten

Die Kosten pro Graft sind bei der FUE gewöhnlich bedeutend höher als bei der Streifenentnahme. Sie können mehr als doppelt so hoch wie bei der Streifenentnahme sein.

Körperhaar

FUE kann bei der Entnahme von Köperhaar sehr vorteilhaft sein. In diesem Fall sind die meisten Follikeleinheiten einzelne Haare.

Kleine Anzahl von Grafts

Wenn nur eine kleine Anzahl von Grafts erforderlich ist, kann die FUE eine ausgezeichnete Wahl sein. Bei der Verwendung von engen Reihen rasierter Haare ist es mit dieser Technik relativ leicht, den behandelten Bereich zu kaschieren, ohne dass eine lineare Narbe entsteht.

FUE und Narben

FUE kann verwendet werden, um lineare Spendernarben zu kaschieren. Dies wird von vielen Haarchirurgen als ausgezeichnete Anwendung dieser Technik betrachtet. Einige Chirurgen sind der Ansicht, dass eine Kombination aus Streifenentnahme und FUE die optimale Anwendung dieser beiden Techniken ist.

Komplikationen

Einige Chirurgen, die die FUE bevorzugen, sind der Ansicht, dass die Patienten weniger Schmerzen empfinden und die Erholungszeit kürzer ist. Es sind allerdings nur wenige Daten vorhanden, die dies belegen.

Bei beiden Techniken kommt es zu Blutungen, diese sind bei der Streifenentnahme stärker. Die Blutungen stellen bei der Streifenentnahme jedoch kein Problem dar.

Zusammenfassung

Sowohl die Streifenentnahme als auch die FUE sind geeignete Techniken zur Entnahme von Spendergrafts. Beide Methoden sind mit Vor- und Nachteilen verbunden. Die Streifenentnahme bietet im Allgemeinen ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis.  Die FUE eignet sich für Patienten, die keine lineare Narbe haben möchten. Sie kann auch eine ausgezeichnete Wahl für junge Patienten sein, die nur einen kleinen Eingriff wünschen. Die FUE eignet sich zudem ideal zur Entnahme von Rumpf-, Arm- und Beinhaaren und bietet eine hervorragende Möglichkeit, lineare Narben zu kaschieren.

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